Presseartikel RP - 300 000  swingen bei der Jazz Rally

Presseartikel RP - 300 000 swingen bei der Jazz Rally

300 000 swingen bei der Jazz Rally

Traumhaftes Wetter und beste Stimmung beim 18. Musikfestival in der Altstadt und an den anderen Spielstätten. Die sportliche Konkurrenz von Fußball und Eishockey lenkte kurz ab. Die nächste Rally startet Pfingsten 2011. Am grundsätzlichen Konzept will man nichts verändern.

VON BIRGIT WANNINGER
UND HANS-JÜRGEN BAUER (FOTOS)

 

Bis Richard Hellental die richtige Position gefunden hat, ist die Fahrt zur Hälfte vorbei. So ist das eben, wenn man bei der Jazz Rally an ganz außergewöhnlichen Orten spielt. Der Posaunist des Tohuwabohu-Quartetts sitzt eingequetscht hinter dem Fahrer einer nostalgischen Straßenbahn, doch irgendwie ist sein Instrument immer im Weg. So entschließt er sich, einen der Fahrgäste in der proppenvollen Bahn zu bitten, für ihn aufzustehen. Jetzt sitzt er bequemer. Und die Musik während der Fahrt von der Heinrich-Heine-Allee zu „Am Steinberg“ und zurück wird immer besser. In der Straßenbahn herrscht Party-Stimmung - auch wenn es ein wenig ruckelig zugeht.

„Wir spielen in der Ersten Liga der europäischen Jazzfestivals“


Eine feierliche Atmosphäre herrscht dagegen in der Berger Kirche. Die Zuhörer stehen dicht gedrängt im Kirchenschiff. Glücklich die, die einen Sitzplatz ergattert haben, um die Gospel der Soulville-Jazzsingers zu genießen.

Die Stadt glich am Wochenende einer einzigen Bühne, und es war verdammt eng. Mit und ohne Buttons waren sie unterwegs, die Jazz-Fans, die ganz gezielt zu einem Konzert pilgerten, und Musikfreunde, die unter freiem Himmel die Musik als Beiwerk bei einem Alt genießen wollten. Junge und Alte, Profis mit Sitzkissen und Klappstühlen waren auf den Beinen.

An die 300 000 Besucher sollen es nach Angaben der Veranstalter, der Destination Düsseldorf, am Pfingstwochenende gewesen sein. Dass zwischendurch einige Konzert-Orte weniger stark besucht waren, weil gleichzeitig das Champions-League-Finale in vielen Altstadt-Kneipen übertragen wurde, tat der Stimmung keinen Abbruch. DD-Vorsitzender Otto Lindner schwärmte von dem anspruchsvollen Publikum. Mehr als die Hälfte der Besucher seien laut einer Umfrage aus 100 Kilometern Entfernung und weiter hergekommen. "Die vielen Besucher von außerhalb sind ein Beweis für die Anziehungskraft des Festivals und der Stadt", sagte Lindner. "Die große Resonanz zeigt, dass wir mit der Jazz Rally in der Ersten Liga der europäischen Jazz-Festivals spielen."

Dazu hatte Ali Haurand erneut beigetragen. Der künstlerische Leiter der Jazz Rally hatte ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt - insgesamt 10 000 Minuten Musik von 400 Musikern in 85 Konzerten an 36 Spielorten. Zu den Höhepunkten zählten zweifelohne die Konzerte Saxophonistin Candy Dulfer und des Gitarristen Jan Akkermann am Burgplatz. Da mussten die Button-Träger zeitweise draußen warten, weil mehr als 1600 Zuschauer aus Sicherheitsgründen nicht ins Zelt dürfen. Aber ein Button ist keine Einlass-Garantie, sondern lediglich eine Berechtigung. Mehr als 10 000 hat die DD verkauft. Und das bewährte Button-System will die Destination beibehalten.