Der Abschlussabend des Konzertmarathons wird als eines der besten Hosen-Konzerte in Erinnerung bleiben.
Düsseldorf. Die Toten Hosen sind seit 27 Jahren im Geschäft und haben sich einen besonderen Fankreis aufgebaut. Manche Anhänger reisen zu beinahe jedem Konzert der Band oder nehmen weite Reisen auf sich, um ihre Idole beispielsweise in Argentinien zu sehen. „Das ist ihre Art, die Welt zu entdecken“, hat Campino dazu einmal gesagt.
Am 2. Weihnachtstag waren aber selbst abgeklärte Fans aus dem Häuschen, denn was die Band im letzt- und abermals ausverkauften Dome ablieferte, war eine wahnwitzige Energieleistung und wurde vom feierwütigen Publikum entsprechend honoriert.
Mit „Nur zu Besuch“ gab es in den ersten 90 Minuten gerade einmal ein ruhiges Lied, ansonsten setzten Campino & Co. auf einen temporeichen Rundumschlag von „Strom“ bis „Wünsch dir was“. Dass die Setlist bei den Weihnachtsliedern mager ausfiel, entsprach der allgemeinen Gemütslage. Band und Fans waren auf Party pur eingestellt. Die dauerte am Ende inklusive eines Medleys von „Achterbahn“ bis „Opel-Gang“ fast drei Stunden.
Einige Überraschungen rundeten das Bild ab. Es gab zu „First time“ Live-Unterstützung von den „Boys“ und zudem nicht nur eine, sondern zwei Vorgruppen – wobei die Mimmi’s mit Ex-ZK-Mitglied Fabsi den Boden bereiteten für einen Auftritt von ZK selbst. Diese Band war Vorläufer der Toten Hosen, und Campino sang tapfer über Dosenbier, das er von der Bühne Uerige-Baas Michael Schnitzler widmete.
Der Frontmann seilte sich später beim „Wort zum Sonntag“ von der Hallendecke ab, sang und zündete nebenbei ein bengalisches Feuer. Und weil Weihnachten war, durfte Fan Florian auf die Bühne seiner Angebeteten einen Heiratsantrag machen. Weil derlei stets ein bisschen peinlich ist, versprach Campino, auch zur Scheidung aufzuspielen.