»Dat leckere Dröppke« – so wird es gebraut
Die Obergärige Hausbrauerei Uerige ist kein Museum, sondern ein überaus modernes Lebensmittelunternehmen. Hier wird ein Handwerk mit jahrhundertealter Tradition betrieben. Selbstverständlich gilt das Reinheitsgebot aus dem Jahre 1516, das so gut und nachhaltig wirkt, weil es auf die Natur vertraut. Das tun wir auch: Aus Wasser, Gersten und Weizenmalz und der Uerige -Hefe wird bei uns dat leckere Dröppke gebraut.
Lassen Sie sich auf keinen Fall den elfminütigen Animationsfilm "Expedition Ueriversum" entgehen, der den Brauprozess auf eine ganz besondere Art und Weise erklärt!
zur Schrotmühle zur Maisch- und Würzpfanne zum Läuterbottich zum Doldenhopfen zum Kühlschiff zum Berieselungskühler zum Gärkeller und zur Uerige-Hefe zum Lagerkeller zur Filtration und zum Seperator zur Abfüllung
Malz – aus Gerste und Weizen
Der Ursprung des leckeren Dröppke kommt direkt vom Feld: Ausgesuchte zweizeilige Sommergerste und hochwertiger Brauweizen werden geerntet. Durch die kontrollierte Zugabe von Wasser gelangt jedes einzelne Korn zur Keimung. Bei diesem Prozess werden wichtige Enzyme (Bio-Katalysatoren) aktiviert. Am Wachstum des Blatt- und Wurzelkeims erkennt der Mälzer die „Lösung“ des Grünmalzes. Ist die optimale Lösung = Verarbeitbarkeit für den Bierbrauer erreicht, wird die Keimung durch Trocknung (das „Darren“) beendet.
Bereits hier werden Geschmack und Charakter unseres Uerige festgelegt – durch die Farb- und Aromastoffe, die beim Darren auf natürliche Weise entstehen. Erst nach der für den UERIGE ausreichenden Lagerung von 4 Wochen wird das Malz zu uns in die Altstadt gebracht. Der erste Arbeitsschritt im Uerige ist nun die Zerkleinerung (das »Schroten«) des Malzes.
Maisch- und Würzepfanne
Im Maisch-Bottich wird das geschrotete Malz mit Wasser einer bestimmten Temperatur vermischt (eingemaischt). Das klingt simpler, als es ist: Erst die exakten Temperaturen und die genauen Zeitabläufe machen die Enzyme gezielt stark. Sie wandeln die Stärke in Malzzucker um.
Den Fortschritt dieser Enzymarbeit prüfen wir auf weißen Porzellantellern, indem wir etwas Jodtinktur an den Rand der Maische geben. Sehen wir keine Blaufärbung mehr, ist alle Stärke in Malzzucker umgewandelt (Jodnormalität). Nun können wir die Maische in den Läuterbottich pumpen.
Läuterbottich
Diese Bezeichnung ist bereits ein Hinweis auf den dort ablaufenden Prozess: Der Läuterbottich ist ein grosser Filter, in dem die festen Bestandteile der Maische (der "Treber") von den flüssigen (der "Würze") getrennt werden. Die Würze ist reich an Kohlehydraten (Malzzucker) und Vitaminen.
Doch auch der Treber ist wertvoll:  Zum Einen ist er ein begehrtes Viehfutter (Zellulose), zum Anderen haben die Gäste des Uerige längst den wunderbar nussigen Geschmack unserer beliebten Treberbrötchen schätzen gelernt, worin 5% Treber verbacken werden Was jetzt noch fehlt, ist der Hopfen.
Doldenhopfen
Wieso ist Hopfen hervorragend geeignet, um ihn zum Bierbrauen zu verwenden? Nun, die Hopfenpflanze, im lateinischen Humulus Lupulus genannt, enthält Harze und Öle, die für die Bittere und das Aroma des Bieres und letztlich das Wohlbefinden des Menschen hervorragend geeignet sind. Botanisch gehört der Hopfen zu den Hanfgewächsen, ist eine rechts windende Kletterpflanze und wird in Hopfengärten kultiviert. Dort wächst er bis zu einer Höhe von 7 Metern heran, wobei pro Hopfenstock maximal 3 Sprossen an einen Leitdraht angelegt werden, um zu voller Größe heran zu wachsen und zur Blüte zu gelangen.
Nach der Ernte wird die Blüte vom Rest der Pflanze getrennt und getrocknet, um anschließend in Ballenform (Ballothopfen) gepresst zu werden. Die Blüte, die so genannte Hopfendolde, enthält Harz - dies ist später für die Bittere unseres Bieres verantwortlich - und Öle für ein hopfentypisches Aroma des Bieres. Beim Hopfen unterscheidet man prinzipiell zwei verschiedene Kategorien: Bitterhopfen - dieser hat einen sehr hohen Anteil an Harz; Aromahopfen - hoher Öl-Anteil, ausgeprägtes, feines Hopfenaroma.


Beim Uerige kommen natürlich nur feinste Aromahopfen zum Einsatz. Jedes Jahr kurz nach der Ernte werden diese Hopfensorten handbonitiert. Das heißt, Baas Michael Schnitzler persönlich führt vor Ort eine manuelle und visuelle Qualitätskontrolle durch, bei der er überprüft, ob der Hopfen den hohen Qualitätsansprüchen des UERIGE genügt.
Als wohl bestbekanntes Anbaugebiet, aus dem der Uerige seinen Hopfen bezieht, gilt die Hallertau: ein Landstrich zwischen München, Ingolstadt und Regensburg. Ein weiteres Anbaugebiet liegt im Südwesten Nürnbergs, die Region Spalt. Dort bezieht der Uerige einen Großteil seiner hocharomatischen Hopfen.
Natürlich wird aller Hopfen, der eingesetzt wird, in seiner natürlichen Form "verbraut", weder Pellets noch Extrakte kommen zum Einsatz.
Kühlschiff



Nach so viel Hitze kommen wir nun zum Gegenteil – dem Kühlen auf dem Kühlschiff. Bevor die Natur im Gärungsprozess erneut aktiv werden kann, gönnen wir der Würze auf dem Kühlschiff etwas Ruhe. Hier kann die Würze natürlich auf 55ºC abkühlen, während sich auf dem Kühlschiff Trubstoffe absetzen.
Berieselungskühler



Für die weitere Abkühlung auf 20ºC sorgt der Berieselungskühler. Das Kühlwasser in den kupfernen Rohren unseres Berieselungskühlers führt die Wärme ab, und anschließend wird unsere UERIGE–Hefe zur gehopften Würze gegeben.
Gärkeller und Uerige-Hefe
Der Gärprozess war für unsere Vorfahren ein Rätsel; geradezu ein Wunder. Wir wissen heute natürlich genau, dass bei der Gärung der in unserem Sudhaus aus der Stärke gewonnene Malzzucker auf natürliche Weise - durch unsere Hefe - in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt wird. Auf die richtige Hefe wird bei uns grössten Wert gelegt: Unser Hefestamm liegt sicher behütet und sorgsam gepflegt in der Hefebank der Technischen Universität München/Weihenstephan.
Die Uerige-Hefe wird in jedem Jahr - frisch - als Verjüngungskur in unserer Obergärigen Hausbrauerei eingesetzt. Die Uerige-Hefe ist die "obergärige" Hefe - bei der Gärung steigt sie nach oben. Während der Gärung sind Fingerspitzengefühl und Erfahrung des Braumeisters gefordert - er weiß genau, wann und wie dieser Prozess durch eine wohldosierte Kühlung geführt werden muss. Nach Abschluss der Gärung nennt der Braumeister die frühere Würze das "Jungbier".
Lagerkeller



Das Jungbier - das junge Altbier - bleibt unter Kontrolle unserer Bierbrauer zur Nachgärung und so wichtigen Reifung im Lagerkeller des Uerige. Hier entwickelt es sich in (mindestens) drei Wochen zu dem unverwechselbaren Genuss, den wir dat leckere Dröppke nennen.
Filtration und Separator
Die natürlichen Trüb- und Schwebstoffe werden bei der schonenden Filtration durch den Einsatz eines Separators und eines Schichtenfilters, bestückt mit Filterschichten, die vor allem aus Cellulose bestehen, zurückgehalten (Filtration mit Gefühl).
Selbstverständlich hält unsere Brauerei auch hier an der Tradition des Reinheitsgebotes fest. Wir verzichten aus Erfahrung, Überzeugung und in Ihrem Interesse auf jegliche Additive, Stabilisatoren oder Schönungsmittel: Völlig natürlich gelangt unser Uerige - jetzt reif zum Genuss - in die Fass- und Flaschenbierabfüllung.
Abfüllung
Seit 2007 verfügen wir in unserem STICKUM-Erweiterungsbau über neue Reinigungs- und Abfüllanlagen für unsere (und letztlich Ihre) Fässer und Flaschen. Hier herrschen modernste Technik und absolute Hygiene.

Überzeugen Sie sich selbst bei einer Brauereiführung (wegen der hohen Nachfrage bitte nach Voranmeldung).
Unser frisches Uerige gibt es in Fässern von fünf ("Pittermännchen") bis 50 Litern sowie in Kästen mit acht (0,5 l) oder sechzehn Flaschen (0,5 l oder 0,33 l). Aber am liebsten hat man sein Uerige doch im Glas!
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